Wir sehen Scrum als Managementframework und Produktentwicklungsmethode. Scrum zerlegt nicht den Entwicklungsprozess, sondern das Produkt in maximal vierwöchige Einzelschritte, „Sprints“ genannt. Es wird nicht versucht, ein Produkt zu Beginn eines Projekts bis ins letzte Detail zu spezifizieren. Zu Beginn werden die wesentlichen Funktionalitäten festgelegt und dann in jedem Sprint inkrementell weiterentwickelt.

Diese produktfokussierten, kurzen Entwicklungszyklen sind durch Phasen der Reflexion durch das Team gekennzeichnet. Durch gemeinsames Treffen von Entscheidungen, Einbinden von raschem Feedback des Kunden und damit einhergehender kontinuierlicher Integration von Änderungen in das System, das sich in Entwicklung befindet. Scrum nutzt die Struktur des Deming-Cycles, den William Edwards Deming in den Kreisen des Qualitätsmanagements populär gemacht hat.

In jeden dieser Zyklen ist der Kunde involviert. Gemeinsam mit ihm werden Entscheidungen darüber getroffen, welche Features dazukommen sollen oder weggelassen werden können. Am Ende jedes Zyklus soll ein Stück Code entstanden sein, das der Kunde bereits einsetzen kann.

Deming Cycle

Die Vorteile

 

  • Bessere Kommunikation – besseres, cross-funktionales Teamwork – schnellere Reaktion auf Veränderung – bessere Produktqualität – höhere Marktchancen
  • Bewussterer Wissenstransfer im Team – Identifizieren und Aufarbeiten von Schwachstellen – ständige Verbesserung der Fähigkeiten der einzelnen Teammitglieder – entspannteres Arbeitsklima

Die Organisationsprinzipien

  • Kleine, selbstorganisierte und cross-funktionale Teams. Ein Scrum-Team besteht im Idealfall aus sieben Personen. Dem ScrumMaster, dem Product Owner und den fünf Personen des Entwicklungsteams. Die Mitglieder des Entwicklungsteams ziehen sich nicht auf ihr Spezialistentum zurück, sondern sind in der Lage, verschiedene Arbeiten im Arbeitsprozess durchzuführen. Das bedeutet, dass sie ihr Wissen untereinander austauschen, in unterschiedlichen Kombinationen einsetzen und auch keine Scheu vor Aufgaben haben, die nicht direkt ihren Kernkompetenzen entsprechen. Sie organisieren ihre Aufgaben vollständig selbst.
  • Arbeiten nach dem Pull-Prinzip. Das Team kann als einzige Instanz entscheiden, wie viel Arbeit und Produktteile es innerhalb eines Sprints liefern kann. Das Team hat die Kontrolle darüber, was es zu tun bekommt.
  • Intervalle mit klaren zeitlichen Grenzen (Timebox). Das Team bekommt herausfordernde Ziele, die zu Intervallen mit klaren zeitlichen Vorgaben konkretisiert werden. Alle Aktionen werden zeitlich beschränkt und es wird ein Ergebnis verlangt. Das erzeugt klare Rahmenbedingungen.
  • Nutzbare Business-Funktionalität – Potential Shippable Code. Am Ende jedes Zeitintervalls muss das Team eine Lieferung erbringen, die den Standards, Richtlinien und Vorgaben des Projekts entspricht.

Das Prozessmodell von Scrum steckt den Rahmen ab, in dem alle Aktivitäten der Produktentwicklung ablaufen. Der Scrum-Prozess besteht aus

  • sechs Rollen: Team, Product Owner, ScrumMaster, Manager, Kunde, End User
  • sechs Meetings (oder Workshops): Sprint Planning 1, Sprint Planning 2, Daily Scrum, Estimation Meeting, Sprint review, Sprint Retrospektive
  • 12 Artefakten: Vision, Product Backlog Item, Product Backlog, Sprint Goal, Selected Product Backlog, Aufgaben/Tasks, Sprint Backlog, Releaseplan, Impediment Backlog, Produktinkrement – Usable Software, Definition of Done, Burndown Chart