Am Anfang eines Sprints wird basierend auf dem Plan, der in der strategischen Planungsphase entstanden ist, die taktische Umsetzung besprochen. Auf der Basis von groben Überlegungen darüber, welche Funktionalitäten (Backlog Items) im jeweiligen Sprint geliefert werden sollen, wird nun entschieden, was tatsächlich in diesem Sprint geliefert werden kann. Ein Sprint umfasst maximal einen Zeitraum von 30 Tagen und unterteilt sich durch eine Reihe von Meetings: Sprint Planning 1, Sprint Planning 2, Daily Scrum, Estimation Meeting, Sprint Review und Sprint Retrospektive.

Sprint Planning 1 – Anforderungen klären

In diesem ersten Meeting eines Sprints sind der Product Owner, das Team, das Management, der Anwender und der ScrumMaster anwesend. Der Product Owner erläutert die Product Backlog Items und definiert gemeinsam mit den Teammitgliedern und dem Management das Ziel für den anstehenden Sprint. Dann werden die Backlog Items ausgewählt, die zu diesem Ziel passen und die das Team schaffen kann. So entsteht das Selected Product Backlog. Wichtig: Das Team alleine bestimmt, wie viele Backlog Items es auswählt.
Boris Gloger erklärt das Sprint Planning 1 in diesem Video.

Sprint Planning 2 – Design und Planung

Hier planen die Teammitglieder, wie sie das im Sprint Planning 1 Meeting vereinbarte Ziel erreichen wollen. Dazu beraten sie untereinander, wie die Applikation aufgebaut sein soll, welche Architektur gewählt werden muss, welche Interfaces geschrieben werden sollen, ob bereits Test Cases erstellt und geschrieben werden sollen, kurz: Sie besprechen detailliert, was getan werden muss. Am Ende dieses Meetings liegt eine Liste aller notwendigen Aufgaben vor: das Sprint Backlog.
Boris Gloger erklärt das Sprint Planning 2 in diesem Video.

Daily Scrum – Koordinieren und Feedback

Jeden Tag treffen sich die Teammitglieder zur gleichen Zeit am selben Ort für 15 Minuten zu einem vom ScrumMaster moderierten Meeting. In diesem Meeting sprechen die Teammitglieder ab, wer an diesem Tag welche Aufgabe übernimmt. Dabei wählen die Teammitglieder selbst die Aufgabe aus, die sie als Nächstes übernehmen wollen. Die Teammitglieder informieren den ScrumMaster über Blockaden und Probleme, damit dieser sie so schnell wie möglich zur Lösung bringen kann.
Boris Gloger erklärt das Daily Scrum in diesem Video.

Estimation Meeting – Vorausplanen und Schätzen

Product Owner und Teammitglieder aktualisieren mindestens einmal im Sprint das Product Backlog. Dabei werden Backlog Items mit neuen Schätzungen versehen und neue Backlog Items in das Product Backlog aufgenommen. Gleichzeitig wird die Reihenfolge der Backlog Items angepasst, indem die neuen Informationen berücksichtigt werden. Dieses Meeting dient auch dazu, den Releaseplan des Projektes zu aktualisieren und zu vervollständigen.
Boris Gloger erklärt das Estimation Meeting in diesem Video.

Sprint Review – Resultate präsentieren

Am Ende des Sprints präsentiert das Team die erarbeiteten Funktionalitäten. Das Team zeigt nur die Funktionalitäten, die so weit sind, dass sie sofort produktiv eingesetzt werden könnten. Nicht getestete oder instabile Funktionalitäten werden nicht gezeigt und gelten als nicht geliefert.

Sprint-Retrospektive – sich ständig verbessern

Die Sprint Retrospektive ermöglicht dem Team, systematisch zu lernen. Hier wird analysiert, welche Arbeitsprozesse verbessert werden müssen, damit das Team effektiver arbeiten kann. Die Resultate aus der Retrospektive werden im Impediment Backlog festgehalten und lassen sich so als Verbesserungsvorschläge in das Sprint Planning einbringen.