Mit dem Commitment ist das so eine Sache. Das Management verlangt es gern vom Team, geht aber bei sich selbst etwas großzügiger damit um. Eine kleine Szene aus unserem Beratungs-Alltag.
Management Meeting. Das Transition Team trifft sich. Wir gehen das Transition Backlog durch. Alles ist sehr schön in einem Tool aufgeführt und bestens dokumentiert. Was wird das Transition Team bis zum nächsten Management Meeting liefern? Ok, fünf Punkte wurden bis heute nicht erledigt. Aber alle anwesenden Manager committen sich zu zwei weiteren Aufgaben.
No commitment, no cry?
Wir hören uns das an und wissen: Bis zum nächsten Mal wird genau so wenig geliefert. Weil Manager Wichtigeres zu tun haben. Also fragen wir das Team: “So, wie es aussieht, haben wir ja nun die Backlog Items für den nächsten Monat definiert. Was macht ihr denn als Management Team, wenn ihr diese Stories nicht liefern werdet?” Schweigen. Alle schauen sich betroffen an. Ihnen dämmert, dass diese Frage wichtig ist. Die Frage nach ihrem eigenen Commitment.
In die greifbare Wolke aus Fragezeichen fragen wir noch einmal anders:”Lasst uns eine Wette gegen uns selbst eingehen. Wenn wir gegen uns selbst verlieren, was zahlen wir in den Topf ein?” Wieder keine klare Antwort. Nächster Versuch: “Wie wäre es damit: Jeder zahlt 5 Euro für jede nicht gelieferte Story des Teams.”
Wumm – plötzlich merken alle, dass wir es Ernst meinen. Ein guter Erfolg war es, dass sich das Team tatsächlich darauf geeinigt hat und wir nun ein Commitment haben. Die Manager selbst haben untereinander beschlossen, was sie zahlen werden, wenn sie gemeinsam nicht liefern.
Also unser Tipp für die Arbeit mit Euren eigenen Teams: Findet einen Weg, der Eurem Team klar macht, was es heißt, ein Commitment zu brechen. Lasst das Team selbst Konsequenzen definieren. Dann wird deutlich, dass ein Commitment eine ernste Angelegenheit ist, die man aber auch spielerisch mit Sportsgeist nehmen kann.