. .

ScrumMaster Pro: Es ist Zeit für eine Professionalisierung der Rollen

Dieter Rösner gilt im deutschen Sprachraum als einer der herausragendsten Trainer und Pioniere in den Themenkreisen Moderationstechnik und Führung. Für bor!sgloger übernimmt Dieter das begleitende Coaching von Managementteams und Führungsverantwortlichen bei der Einführung von Scrum und behandelt die damit zusammenhängenden Aspekte der Organisationsentwicklung.

Dieter hat außerdem gemeinsam mit Boris Gloger die ScrumMaster Pro Trainings entwickelt, die weit über das bloße Methodenwissen hinausgehen. Diese Trainings sollen allen Involvierten dabei helfen, mit den Veränderungen durch Scrum in der Praxis besser umzugehen.

b!g: Dieter, du hilfst nun schon seit Jahrzehnten Menschen auf den unterschiedlichsten hierarchischen Ebenen mit Aufgaben und Herausforderungen, vor allem in Veränderungssituationen, zurecht zu kommen. Wie weit sind die Menschen an den unterschiedlichen Stellen eines Unternehmens eigentlich in ihren Problemen voneinander entfernt? Oder verbindet sie in ihren Problemen sogar mehr, als man annehmen möchte?

Dieter Rösner: In ihren bewussten und unbewussten Denkmustern sind die Hierarchien – Top Management, mittleres Management und Mitarbeiter – oft ziemlich weit voneinander entfernt. Meistens hat zum Beispiel die Geschäftsführung als Initiator die Veränderung bereits verinnerlicht – wenn auch nicht immer in ihrer ganzen Konsequenz. Die Mitarbeiter hingegen müssen noch einen rationalen und emotionalen Prozess durchlaufen. Dieses Faktum wird sehr oft vernachlässigt und gutes Change Management sollte hier eine Annäherung schaffen. Bei schlechten Change Management-Prozessen driftet dieser Unterschied oft noch weiter auseinander. Dieses Mitnehmen der Mitarbeiter wurde jahrelang übersehen und ich sehe es leider auch manchmal in Scrum-Prozessen.

b!g: Worin siehst du den Unterschied zwischen Scrum und dem klassischen Change Management?

Dieter Rösner: In Scrum werden Fragen der Führung und der Selbstverantwortung oft radikaler auf den Prüfstand gestellt. Was dann auch oft dazu führt, dass Scrum als Methodik so verändert wird, dass es kaum mehr erkennbar ist und in die alten Muster eingepasst wird. Damit vergibt man aber auch die Chance, eine wirklich grundlegende Veränderung auf der unternehmenskulturellen Ebene zu nutzen.

b!g: Wie bist du eigentlich selbst mit Scrum in Berührung gekommen?

Dieter Rösner: Boris Gloger hat mich vor drei Jahren um ein Moderationstraining für sein Team gebeten und hat mir sein erstes Buch „Scrum – Produkte zuverlässig und schnell entwickeln“ in die Hand gedrückt. Ich habe dann die Vorgehensweise von Scrum mit meinen Erfahrungen im klassischen Projektmanagement verglichen. Für mich waren die methodischen Strukturen und Artefakte natürlich neu, die agile Denk- und Handlungsbasis mit Teamkonzepten, Selbstorganisation und Führung sind mir als Systemiker aber natürlich sehr vertraut und bekannt. Selbst die gute alte Moderation hat ja bereits diese Anteile an Beteiligung und agilen Strukturen.

b!g: Zurück zum Thema Veränderung. Du bist bei bor!sgloger für die ScrumMaster Pro Trainings zuständig. Welche Idee steckt hinter diesen Trainings und woran habt ihr euch bei der Entwicklung der Trainings orientiert?

Dieter Rösner: In der Praxis von Scrum wird deutlich, dass ein zweitägiges Training nicht die gesamte Rollenkompetenz vermitteln kann für das, was für die komplexen Anforderungen in Unternehmen notwendig ist. Deswegen ging es uns um eine Erweiterung und Professionalisierung. Wir haben es in Scrum mit professionellen Rollen zu tun und die brauchen auch eine professionelle Ausstattung. Aus unserem gemeinsamen systemischen Verständnis heraus haben wir analysiert, dass es zum einen um Methodik gehen sollte – wie zum Beispiel Meeting Facilitation – und zum anderen um Theorieverständnis und praktische Handlungskompetenzen, etwa in der Team- und Organisationsentwicklung.

b!g: Sind diese Trainings ausschließlich für ScrumMaster interessant?

Dieter Rösner: Auf keinen Fall. Die Trainings sind so konzipiert, dass jeder, der im Scrum-Kontext eine Rolle oder Funktion hat, davon profitieren kann. Ich arbeite sehr gezielt mit Praxisthemen und da können auch Product Owner, Teamleiter oder Manager ihre Fragen und Probleme einbringen – das ist ja auch eine ungemeine Bereicherung und Vervollständigung des Bildes. Da kommt mir wieder meine Erfahrung vor Scrum zugute. Durch das Training und Coaching von Menschen auf unterschiedlichen Hierarchieebenen kann ich mich gut auf alle einstellen. 
Wir haben immer eine gute Mischung aus Teilnehmern, die noch eher am Anfang stehen und solchen, die bereits tiefer in Veränderungsprozesse involviert sind. Das ergibt immer einen spannenden Erfahrungsaustausch, von dem alle profitieren.

b!g: Bei deinen Trainings ist auch Zeit für individuelle Hilfestellungen?

Dieter Rösner: Ja, das ist mir ganz wichtig und eines meiner Grundprinzipien: auf ganz konkrete Praxisfragen eingehen. Das merke ich dann auch im Feedback, wie wichtig das den Teilnehmern ist und dass ich ihnen damit sehr helfen konnte.

Danke für das Gespräch!

Die nächsten Termine zu den ScrumMaster Pro Trainings findet ihr hier.