Selbst-Organisation braucht Selbst-Referenz. Zu gut Deutsch: Ein System muss sich, um sich selbst organisieren zu können, “beobachten” können. Damit ein System in die Lage versetzt wird, “sich-zu-beobachten” braucht es entsprechende Tools und Methoden.
In den 70er Jahren ist in Deutschland die sogenannte Metaplan Technik entstanden. Diese Technik wurde später von Firmen wie Contrain und Neuland zur “Moderationsmethode” weiter entwickelt. Diese Methode, die in Deutschland in vielen mittelständigen Firmen mittlerweile gängige Praxis für das Arbeiten mit Gruppen ist, ist in unserer Branche fast unbekannt. Software Entwicklungsmannschaften in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz haben oft noch nie etwas von der Moderationsmethode gehört.
Im Zuge des agile development lesen nun immer mehr ScrumMaster, Manager und Teamleads, dass es notwendig sei, Meetings zu “facilitaten”. So fangen sie an die englisch-sprachige Literatur von Derby, Tabaka, und anderen zu lesen, ohne zu wissen, dass die deutsche Tradition der Beratung von Teams wesentlich mehr zu bieten hat, als die flache Herangehensweise, die man in der agile development Literatur findet.
Die Moderationsmethode ist mittlerweile 30 Jahre alt. Sie wurde zu einem extrem mächtigen Werkzeug weiterentwickelt und kann heute bei der Durchführung von Sprint Plannings, bei der Moderation von Meetings und bei der Gestaltung von Retrospektiven super effizient eingesetzt werden. Ich selbst nutze sie als Basis Know-How in abgewandelter Form in fast jedem Meeting. In den Organisationen, in denen wir coachen wird sie immer zum integralen Bestandteil der Arbeit, ohne dass die Teams unbedingt wissen, auf welcher methodischen Grundlage sie arbeiten.


No Comments so far ↓
There are no comments yet...Kick things off by filling out the form below.