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	<title>bor!sgloger &#187; Bettina Oebbeke</title>
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	<description>Doing as a way of thinking</description>
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		<title>Fire all brilliant assholes</title>
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		<pubDate>Thu, 16 May 2013 05:35:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Oebbeke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ideas]]></category>
		<category><![CDATA[Scrum]]></category>

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		<description><![CDATA[Why firing brilliant assholes is required to build a great engineering culture &#160; Mein Blog besteht dieses Mal mit Absicht nur aus dieser Frage. Ich möchte damit zum Nachdenken anregen: Was passiert, wenn man Konflikte oder andere Probleme einfach „beseitigt“, anstatt genauer hinzuschauen, was dahintersteckt? Hätte es ipad, ipod und iphone gegeben, wenn der geniale, &#8230; <a class="nowrap" href="http://borisgloger.com/2013/05/16/fire-all-brilliant-assholes/">weiterlesen &#8594;</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Why firing brilliant assholes is required to build a great engineering culture" href="http://firstround.com/article/why-firing-brilliant-assholes-is-required-to-build-a-great-engineering-culture">Why firing brilliant assholes is required to build a great engineering culture</a></p>
<p><a href="http://borisgloger.com/wp-content/uploads/2013/05/image2013-4-22-6_54_11.jpg"><img src="http://borisgloger.com/wp-content/uploads/2013/05/image2013-4-22-6_54_11-666x438.jpg" alt="" title="image2013-4-22 6_54_11" class="aligncenter size-large wp-image-19550" height="438" width="666" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Mein Blog besteht dieses Mal mit Absicht nur aus dieser Frage. Ich möchte damit zum Nachdenken anregen: Was passiert, wenn man Konflikte oder andere Probleme einfach „beseitigt“, anstatt genauer hinzuschauen, was dahintersteckt?</p>
<p>Hätte es ipad, ipod und iphone gegeben, wenn der geniale, aber auch exzentrische Jobs seine Teams nicht zu Höchstleistungen getrieben hätte? Würde es heute Smartphones geben und Tablets? Ob wir das alles brauchen, ist eine andere Frage. Ich jedenfalls liebe mein ipad und ich bin keine Apple-Jüngerin. Es ist etwas Besonderes, es in der Hand zu haben, fast ein Handschmeichler. Auch mein iphone ist ein haptisches Vergnügen und die App Integration von Twitter, Facebook &amp; Co macht richtig Spaß. Ich habe auch Android-Tablets und Smartphones, aber Apple ist irgendwie besonders.</p>
<p>Hätte jemand anderer Tablets und Smartphones erfunden? Ich weiß es nicht. Fakt ist, dass die Produkte von Apple zumindestens meine Welt verändert haben und ich mich frage, was gewesen wäre, wenn jemand das &#8220;Ekelpaket&#8221; Steve Jobs einfach rausgeworfen hätte.</p>
<p>Just think about it.</p>
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		<title>Visionen entwickeln statt Zukunftsängste verwalten</title>
		<link>http://borisgloger.com/2013/04/26/visionen-entwickeln-statt-zukunftsangste-verwalten/</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Apr 2013 05:30:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Oebbeke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Manager]]></category>
		<category><![CDATA[Scrum Meetings]]></category>

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		<description><![CDATA[Platons Zitat &#8220;Pánta chorei kaì oudèn ménei&#8221; ist die knappste Formulierung der Flusslehre Heraklits, die besagt: Alles fließt und nichts bleibt. Es gibt nur ein ewiges Werden und Wandeln. Sie ist eine Metapher für die Prozessualität der Welt. Das Sein ist das Werden des Ganzen. Das Sein ist demnach nicht statisch, sondern als ewiger Wandel dynamisch &#8230; <a class="nowrap" href="http://borisgloger.com/2013/04/26/visionen-entwickeln-statt-zukunftsangste-verwalten/">weiterlesen &#8594;</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Platons Zitat &#8220;Pánta chorei kaì oudèn ménei&#8221; ist die knappste Formulierung der Flusslehre Heraklits, die besagt: Alles fließt und nichts bleibt. Es gibt nur ein ewiges Werden und Wandeln. Sie ist eine Metapher für die Prozessualität der Welt. Das Sein ist das Werden des Ganzen. Das Sein ist demnach nicht statisch, sondern als ewiger Wandel dynamisch zu erfassen. (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Panta_rhei">Wikipedia</a>)</em></p>
<p>Das Leben ist Wandel, das wussten also schon die alten Griechen. Und wir sind im Flow, hier und jetzt, am besten. So besagt es die Theorie. Wir sind in unserer Energie und erschöpfen uns nicht.</p>
<p>Doch die Realität sieht meistens anders, zumindest meine sah anders aus.</p>
<p>Stunden um Stunden habe ich mit Budget-, Projekt- und Personalplanungen verbracht. Für nächste Woche, für nächsten Monat  &#8211; was ja noch gerade so geht. Fürs nächste Jahr – was eigentlich gar nicht geht. In einem Projektlaufzettel (ein hochoffizielles Dokument) habe ich tatsächlich den Begriff Glaskugelschätzung gefunden! Ich denke, da erübrigt sich jeder Kommentar. Und da Leben das ist, was geschieht, während man es plant, war ein Großteil der Planung innerhalb kürzester Zeit obsolet. Projekte kamen gar nicht, dafür fielen ganz neue vom Himmel, Budgets wurden gekürzt, Mitarbeiter kamen und gingen. Diese Art der Planung war für mich in höchstem Maße Zeitverschwendung, Geldverschwendung, sinnlos. Es war eine Verwaltung von Zukunftängsten, die nur dazu diente, eine gefühlte Sicherheit herzustellen, mühselig und erschöpfend. Geht es euch auch so wie mir damals?</p>
<h2>Und dann kam Scrum.</h2>
<p>Keine tapetenrollenlangen MS Projektpläne, die mich schon allein optisch überforderten. Stattdessen eine Vision entwickeln. Alle Ideen, Stories, Anforderungen in einem Backlog sammeln und priorisieren, aber nur noch drei Sprints im Voraus planen. Wow, schon das allein war eine Erleichterung</p>
<p>Keine stundenlange Kapazitäten-Planung für die nächste Woche mit den Projektleitern, die am Ende der Woche doch nicht gemacht hatten, was sie geplant hatten und jeder hatte tausend gute Gründe dafür. Dafür im Sprint Planning zu Anfang des Sprints mit dem Product Owner und dem Team den Umfang des nächsten Sprints besprechen, sich gemeinsam auf ein Sprintziel comitten. Kontinuierliche Fortschrittskontrolle im Daily und mit Hilfe des Burn Down Charts. Jeden Tag sehen können, wo wir gerade stehen. Kontinuierliche Planung statt Glaskugelschätzung.</p>
<p>Keine Jour Fixes mehr, kein Status, nur noch die Review Meetings mit den Teams. Wenn ich wissen wollte, wie der tagesaktuelle Status war, musste ich mich nicht mehr durch 50-seitige Power-Point-Berichte graben (kein Scherz!) und diverse Jour fixe mit Projektleitern einstellen. Ich bin still ins Daily gegangen, einen Blick auf Task Board und Burn Down Chart werfen und ich wusste innerhalb von 15 Minuten, wo das Team, das Projekt stand. Das ist übrigens mein Geheimtipp fürs Management: Einfach mal still das Daily verfolgen! Besser und effektiver kann man nicht mitbekommen, was im Team läuft und wie die Stimmung im Team ist. 15 Minuten pro Team jeden Tag. Mehr braucht man nicht.</p>
<p>Das Leben und Arbeiten machte plötzlich wieder Spaß. Die Ausrichtung auf ein gemeinsamen Ziel setzt ungeahnte Energien frei und gibt der Arbeit Sinn. Meine Teams und ich konnten jetzt Visionen entwickeln  UND umsetzen. Ganz entspannt im Hier und Jetzt. Go with the (Scrum-) Flow!</p>
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		<title>Wie man Konflikte wachküsst</title>
		<link>http://borisgloger.com/2013/04/04/wie-man-konflikte-wachkusst/</link>
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		<pubDate>Thu, 04 Apr 2013 05:22:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Oebbeke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Scrum]]></category>

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		<description><![CDATA[Bevor ihr meinen Artikel lest, lest mal das hier: &#8220;Why firing brilliant assholes is required to build a great engineering culture&#8221; Ein interessanter Artikel, den ich an vielen Stellen unterschreiben kann. Nur an einer nicht: “A lot of people say don’t fire great engineers – but they’re wrong. Even if you have an engineer who &#8230; <a class="nowrap" href="http://borisgloger.com/2013/04/04/wie-man-konflikte-wachkusst/">weiterlesen &#8594;</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bevor ihr meinen Artikel lest, lest mal das hier:</p>
<p><a title="Why firing brilliant assholes is required to build a great engineering culture" href="http://firstround.com/article/why-firing-brilliant-assholes-is-required-to-build-a-great-engineering-culture">&#8220;Why firing brilliant assholes is required to build a great engineering culture&#8221;</a></p>
<p>Ein interessanter Artikel, den ich an vielen Stellen unterschreiben kann. Nur an einer nicht:</p>
<p><em>“A lot of people say don’t fire great engineers – but they’re wrong. Even if you have an engineer who is exceptional, but an asshole, you should fire them immediately. Your team will thank you for it afterwards. It only takes one asshole to destroy an entire team, so act quickly and remove any bad seeds no matter how good they are at writing software.”</em></p>
<p>Ich frage mich und die Teams immer, warum sie es sich gefallen lassen, dass jemand im Team sich wie ein A******* benimmt? Warum wehren sie sich nicht? Da sitzen dann teilweise 5 bis 7 erwachsene Menschen und lassen sich von <strong>einem</strong> tyrannisieren? Und der ScrumMaster oder besser noch der Manager soll es  richten. Ich frage dann, welchen versteckten Gewinn sie durch das Leiden haben. Da ernte ich meistens verwirrte Blicke. Eigenverantwortung heißt, für mich und meine Befindlichkeit die Verantwortung zu übernehmen &#8211; in jeder Situation. Finger Pointing und Jammern haben noch nie langfristig geholfen. Und unterstützen nicht gerade die Eigenverantwortlichkeit. Der andere, die Umstände sind schuld, die Manager sowieso und die Welt ist ungerecht.</p>
<p>Wenn ich mir so ein Verhalten gefallen lassen, ist meine erste Frage an mich: &#8220;<strong>Warum tue ich das?&#8221;</strong> Und die Antwort ist oft nicht schmeichelhaft. Ich scheue den Konflikt und warte bequem drauf, dass es ein anderer richtet. Jeder von euch kann es mal an sich selbst ausprobieren.</p>
<p>Fragt euch selbst: &#8220;Warum lege ich mich mit diesem oder jenen Ekelpaket nicht an?&#8221; Und seid ehrlich zu euch, ihr müsst es niemandem erzählen ;-). Der Selbstausdruck wird verhindert, weil man nicht bereit ist, den Preis dafür zu bezahlen, also aus Angst vor Zugehörigkeitsverlust, Konformismus, Angst vor Konsequenzen usw. Aber das hat meistens nichts mit dem anderen zu tun, er triggert es nur unbewusst an.</p>
<h2>Sind Assholes Ursachen oder Symptome?</h2>
<p>Eine andere Frage ist, ob das identifizierte &#8220;Asshole&#8221; wirklich der Grund ist &#8230; oder nur ein Symptom? Ein Symptom für ein Machtvakuum, ein schwaches Team etc. In der Psychologie spricht man vom identifizierten Patient. Ein ganzes System &#8211; eine Familie z.B. &#8211; ist aus dem Gleichgewicht, der Vater ist Alkoholiker, die Mutter hat Depressionen und das Kind ADHS. Aber nur der Zappelphillip bekommt Ritalin, weil das andere unsichtbar bleibt hinter der Fassade. Hilft das der Familie?</p>
<p>Ich schaue als Agiler Coach also gerne hinter die Fassade und sehe mir den Konflikt näher an. Was ist da wirklich aus dem Gleichgewicht geraten? Und welche Bedürfnisse stecken hinter dem Verhalten des auffälligen Teammitgliedes? Merkt er es überhaupt (auch das habe ich schon erlebt, der Betroffene war sich seiner Außenwirkung gar nicht bewusst). Und warum wehrt sich niemand? Es gilt, nicht Konflikte zu vermeiden, sondern sie fruchtbar zu machen und das heißt eben manchmal auch, sie richtig hochzufahren.</p>
<p>Ich bin keine Freundin der Konfliktvermeidung. In Konflikten steckt Energie, zwar verzerrt und irgendwie verhindert, aber sie ist da. Deckt man nun den Konflikt zu, schafft man es nie, diese Energie zu erlösen. Viele Märchen handeln davon, zum Beispiel das Märchen vom Froschkönig. Hier taucht ein hässlicher Frosch auf, der sich später als verwunschener Prinz darstellt. Übertragen bedeutet das: Hier kann ein Potential nicht gelebt werden. Die Prinzessin im Märchen will den hässlichen Frosch zwar loswerden, aber der kommt immer wieder. So ist es auch mit Konflikten, die man ignoriert. Man kann Konflikte einfach nicht wegmachen oder ignorieren. Sie kommen mit geballter Macht zurück und entladen sich destruktiv. Man kann nur genau auf das hinschauen, was da gerade passiert.</p>
<p>Dafür gibt es ein paar wichtige Regeln:</p>
<ul>
<li>Wertschätzung und Respekt vor dem anderen sind die Basis.</li>
<li>Jeder übernimmt  für sich und seine Befindlichkeit die Verantwortung.</li>
<li>Respekt davor, dass ich die Situation anders erlebe als der andere &#8211; niemand hat Recht.</li>
<li>Jeder spricht von sich &#8211; rede ich vom anderen bin ICH nicht anwesend.</li>
<li>Es gibt einen Raum jenseits von Falsch und Richtig &#8211; ich nehme auf, ohne zu werten.</li>
</ul>
<p>Wenn sich das Team auf diese Regeln verständigen kann, entsteht meist von ganz allein ein Lösungsprozess. Viele Konflikte sind einfach gestörte Kommunikation. In dieser Haltung der Achtsamkeit füreinander kann man gemeinsam eine Vision entwickeln, wie man als Team zusammenarbeiten möchte. Um diese Haltung einzuüben, mache ich am Anfang oft eine einfache Übung. Jeder darf eine festgelegte Zeit erzählen, wo ihn gerade der Schuh drückt. Meistens reichen 2 bis 3 Minuten. Wichtig ist, die eigene Befindlichkeit mitzuteilen &#8211; kein Finger Pointing und die anderen hören zu. Aufmerksam, achtsam und achten darauf, was bei ihnen selbst passiert.</p>
<p>Danach entwickle ich mit den Teams eine Vision, wie die Teammitglieder zusammenarbeiten wollen. Es geht, wie so oft bei Scrum, um die Vision. Nicht darum, sich mal allen Ärger und Frust von der Seele zu reden und ihn sich gegenseitig an den Kopf zu werfen. Das ist oft destruktiv und kontraproduktiv. Also kein Gewitter, bei dem mal alle Energie entladen wird und es laut wird. Die im Konflikt gebundene Energie sollte befreit werden und auf ein gemeinsames Ziel gerichtet werden. Im Märchen küsst die Prinzessin den Frosch  - und schwupps &#8211; steht ein wunderschöner Prinz vor ihr.</p>
<p>Also küsst eure Konflikte wach <img src="https://wiki.borisgloger.com/s/de_DE-1988229788/4215/27aa6aff3fb0e9e5138a84da80ecdaa533a08846.76/_/images/icons/emoticons/smile.png" data-emoticon-name="smile" alt="(Lächeln)" /></p>
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		<title>Die Geschichte von der Wüste und was sie mit Scrum zu tun hat</title>
		<link>http://borisgloger.com/2013/03/07/die-geschichte-von-der-wuste-und-was-sie-mit-scrum-zu-tun-hat/</link>
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		<pubDate>Thu, 07 Mar 2013 06:27:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Oebbeke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Change]]></category>
		<category><![CDATA[Roles]]></category>
		<category><![CDATA[Scrum]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich möchte euch eine Geschichte erzählen. Es ist eine alte Sufi Geschichte: Die Geschichte von der Sandwüste. Wer wissen möchte, was Sufis sind: http://de.wikipedia.org/wiki/Sufismus - echt spannend! Doch hier die Geschichte. Ein Strom floss von seinem Ursprung in fernen Gebirgen durch sehr verschiedene Landschaften und erreichte schließlich die Sandwüste. Genauso wie er alle anderen Hindernisse überwunden hatte, &#8230; <a class="nowrap" href="http://borisgloger.com/2013/03/07/die-geschichte-von-der-wuste-und-was-sie-mit-scrum-zu-tun-hat/">weiterlesen &#8594;</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich möchte euch eine Geschichte erzählen. Es ist eine alte Sufi Geschichte: Die Geschichte von der Sandwüste. Wer wissen möchte, was Sufis sind: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sufismus" rel="nofollow">http://de.wikipedia.org/wiki/Sufismus</a> - echt spannend!</p>
<p>Doch hier die Geschichte.</p>
<p>Ein Strom floss von seinem Ursprung in fernen Gebirgen durch sehr verschiedene Landschaften und erreichte schließlich die Sandwüste. Genauso wie er alle anderen Hindernisse überwunden hatte, versuchte der Strom nun auch, die Wüste zu durchqueren. Aber er merkte, dass &#8211; so schnell er auch in den Sand fließen mochte &#8211; seine Wasser verschwanden. Er war jedoch überzeugt davon, dass es seine Bestimmung sei, die Wüste zu durchqueren, auch wenn es keinen Weg gab. Da hörte er, wie eine verborgene Stimme, die aus der Wüste kam, ihm zuflüsterte: &#8220;Der Wind durchquert die Wüste, und der Strom kann es auch.&#8221;</p>
<p>Der Strom wandte ein, dass er sich doch gegen den Sand werfe, aber dabei nur aufgesogen würde; der Wind aber kann fliegen, und deshalb vermag er die Wüste zu überqueren.<br />
&#8220;Wenn du dich auf die gewohnte Weise vorantreibst, wird es dir unmöglich sein, sie zu überqueren. Du wirst entweder verschwinden, oder du wirst ein Sumpf. Du musst dem Wind erlauben, dich zu deinem Bestimmungsort hinüberzutragen.&#8221;</p>
<p>Aber wie sollte das zugehen?</p>
<p>&#8220;Indem du dich von ihm aufnehmen lässt.&#8221;</p>
<p>Diese Vorstellung war für den Fluss unannehmbar. Schließlich war er noch nie zuvor aufgesogen worden. Er wollte keinesfalls seine Eigenart verlieren. Denn wenn man sich einmal verliert, wie kann man da wissen, ob man sich je wiedergewinnt?</p>
<p>&#8220;Der Wind erfüllt seine Aufgabe&#8221;, sagte der Sand. &#8220;Er nimmt das Wasser auf, trägt es über die Wüste und lässt es dann wieder fallen. Als Regen fällt es hernieder, und das Wasser wird wieder ein Fluss.&#8221;</p>
<p>&#8220;Woher kann ich wissen, ob das wirklich wahr ist?&#8221;</p>
<p>&#8220;Es ist so, und wenn du es nicht glaubst, kannst du eben nur ein Sumpf werden. Und auch das würde viele, viele Jahre dauern; und es ist bestimmt nicht dasselbe wie ein Fluss.&#8221;</p>
<p>&#8220;Aber kann ich nicht derselbe Fluss bleiben, der ich jetzt bin?&#8221;</p>
<p>&#8220;In keinem Fall kannst du bleiben, was du bist&#8221;, flüsterte die geheimnisvolle Stimme. &#8220;Was wahrhaft wesentlich an dir ist, wird fortgetragen und bildet wieder einen Strom.&#8221;</p>
<p>Und der Strom ließ seinen Dunst aufsteigen in die Arme des Windes, der ihn willkommen hieß, sachte und leicht aufwärts trug und ihn, sobald sie nach vielen, vielen Meilen den Gipfel des Gebirges erreicht hatten, wieder sanft herabfallen ließ.</p>
<p>Der Strom lernte. Und wurde mit jedem Tag besser.</p>
<h2>Wer werde ich danach sein?</h2>
<p>Schöne Geschichte, oder? Aber was hat das mit Scrum zu tun? Ich finde, diese Geschichte stellt wunderbar bildhaft dar, was bei einer Scrum-Einführung mit den beteiligten Menschen passiert. Zuerst ist man mit den alten Methoden erfolgreich. Man passiert so manche Engstelle und überwindet  so manche Stromschnelle. Alles funktioniert gut und man kommt weiter, wie der Fluss in seinem gewohnten Flussbett. Man hat seinen Status und hat sich einen Namen gemacht.</p>
<p>Doch dann tritt eines Tages ein Problem auf, das mit den üblichen Bewältigunsstrategien nicht mehr zu lösen ist. Wie der Fluss auf die Sandwüste trifft und all sein Wasser versickert, so sehr er es auch versucht, sind die alten Lösungsstrategien nicht mehr erfolgreich. Von außen erhält man einen Ratschlag, wie  z. B. die Einführung von Scrum. Aber zugleich wird auch klar, dass man bei der Einführung von Scrum viele alte Gedankenmuster loslassen muss und dadurch entsteht natürlicherweise Verunsicherung und auch Angst bei allen Beteiligten.</p>
<p>&#8220;Wer werde ich danach sein?&#8221;, fragt der Fluss. Mich hat ein Seniorarchitekt genau das bei der Scrumeinführung gefragt. Wer werde ich sein, wenn ich nicht mehr Seniorarchitekt bin? Wenn das nicht mehr auf meiner Visitenkarte steht. Und ich habe ihm das gesagt, was die Stimme dem Fluss sagt: &#8220;Das Wesentliche von dir wird bleiben &#8211; du mit deinen Fähigkeiten und deiner Persönlichkeit.&#8221; Nur der alte Status bleibt zurück, nichts als eine Bezeichnung. Bring dich mit all deinen Fähigkeiten ein, und du wirst automatisch eine wichtige Rolle spielen. Unnötig zu sagen, dass er glücklich und zufrieden mit Scrum wurde.</p>
<p>Denn genau darum geht es bei der Scrum-Einführung: Alte Gedankenmuster zurücklassen, seine eigentliche Potentiale zu entdecken und entwickeln, den Menschen wieder in den Mittelpunkt zu stellen. Und eine ganz neue Art der eigenen Arbeit und der Zusammenarbeit mit den Kollegen zu entdecken.</p>
<p>Scrum ist also mehr als ein Change, es es ist mehr eine Transformation, in der alles Alte hinterfragt wird und nur das, was wirklich gut ist, bleibt.</p>
<p>Und jetzt lest doch einfach die Geschichte nochmal und überlegt, wo die Parallelen zu Scrum sind. Vielleicht findet ihr noch viel mehr als ich.</p>
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		<pubDate>Mon, 11 Feb 2013 06:27:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Oebbeke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Scrum]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Psyche ist ein konservatives Konstrukt. So kommt es, dass wir tun was wir gewohnt sind und nicht, was uns gut tut. Jeder, der einmal versucht hat, mit etwas Schädlichem wie z.B. dem Rauchen aufzuhören, kennt das. Auch bei der Einführung von Scrum ist das nicht anders. Die alten Vorgehensweisen sind eingeschliffen und die neue &#8230; <a class="nowrap" href="http://borisgloger.com/2013/02/11/warum-es-so-schwer-ist-sich-zu-andern/">weiterlesen &#8594;</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Psyche ist ein konservatives Konstrukt. So kommt es, dass wir tun was wir gewohnt sind und nicht, was uns gut tut. Jeder, der einmal versucht hat, mit etwas Schädlichem wie z.B. dem Rauchen aufzuhören, kennt das. Auch bei der Einführung von Scrum ist das nicht anders. Die alten Vorgehensweisen sind eingeschliffen und die neue Disziplin ist doch noch schwer einzuhalten, obwohl man ja überall lesen kann, dass man mit Scrum so tolle Verbesserungen herbeführen kann.</p>
<p>Aber wie kommt das? Dass wir immer wieder Dinge tun, die uns nicht gut tun, dass es so schwer ist sich zu ändern. Von anderen ganz zu schweigen.</p>
<p>Psychologisch gesehen ist alles, was jetzt ein Problem ist, einmal eine Lösung gewesen, eine Überlebensstrategie. Selbst das schädliche Rauchen hat irgendwann etwas Gutes für uns gebracht &#8211; so führen die Substanzen im Tabak dazu, dass wir ruhiger werden und unsere Belohnungszentrum im Gehirn angesprochen wird. Wir fühlen uns wohler, wir haben also einen kurzfristigen Gewinn. Und wir wiederholen dieses zunächst erfolgreiche Verhalten. Auch die klassischen Methoden des Projektmanagements waren ursprünglich besser als das unorganisierte Chaos in Projekten.</p>
<p>Physiologisch werden dabei immer mehr neuronale Verknüpfungen im Gehirn angelegt. Je häufiger die Wiederholung, desto mehr Verknüpfungen entstehen. Norman Doidge hat in seinem Buch <a title="Norman Doidge" href="http://www.amazon.de/The-Brain-That-Changes-Itself/dp/014103887X/ref=sr_1_2?ie=UTF8&amp;qid=1359059740&amp;sr=8-2">„The Brain That Changes Itself“</a> einen sehr bildhaften Vergleich dafür gefunden: Unsere Denkgewohnheiten schaffen neuronale Pfade im Gehirn, ähnlich einem Schlitten, der sich seinen Weg durch den Schnee bahnt. Nehmen wir immer denselben Weg, gräbt sich seine Spur ein. Je öfter, umso tiefer und mit der Zeit folgt der Schlitten der Spur fast von alleine. Etwas ist zur Gewohnheit geworden.</p>
<p>Wollen wir nun unsere Gewohnheit ändern, ist es so als ob wir mit dem Schlitten eine neue Spur ziehen. Wir müssen den Schlitten bewusst umsetzen und eine neue Spur anlegen. Und damit ist es leider nicht getan. Diese Spur ist natürlich lange nicht so tief  wie die alte, gewohnte, sodass insbesondere unter Stress unser Gehirn dazu neigt, die tiefere Spur zu nehmen. Wir müssen also die neue Spur immer wieder bewusst befahren, bis sie genauso tief wie die andere ist. Wird die alte Spur nicht mehr so oft benutzt, kann sie sozusagen auch wieder zuschneien. Das heißt, unser Gehirn baut neuronale Verknüpfungen auch wieder ab. Das nennt man nutzungsabhängige Neuroplastizität des Gehirns. Toller Begriff, oder?</p>
<p>Diesen bildhaften Vergleich erzähle ich oft, wenn es bei der Einführung von Scrum Schwierigkeiten gibt und die Beteiligten mutlos werden oder sich schwer tun. Und ich ermutige sie immer wieder, sich ganz diszipliniert an die Vorgaben von Scrum zu halten, z.B. die Regeln beim Daily. Das immer wiederkehrende Einüben führt zum schnelleren Aufbau von Verknüpfungen im Gehirn. Je öfter man übt, umso leichter wird es. Und nachher geht es von ganz allein. Beobachtet euch mal ganz bewusst dabei!</p>
<p>Übrigens, wenn man etwas mit Freude tut, geht das Ganze schneller. Denn positive Emotionen fördern die Bildung von neuen neuronalen Verknüpfungen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: small;"><strong>Literatur</strong></span><br />
<span style="font-size: small;">Doidge, N. (2007). The Brain That Changes Itself. Viking Adult; Auflage: 1 (15. März 2007)</span></p>
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