Ich werde immer wieder gefragt (meist von meinen Kollegen), wie ich es schaffe, neben meinen Trainings und Consulting-Aufträgen auch noch Bücher zu schreiben und Blogbeiträge zu verfassen. Es ist ganz einfach: Ich schreibe. Ich erzähle euch mal, wie so ein Tag aussehen kann.

Heute – Sonntag – habe ich meine Frau und eine Freundin auf ein Reitturnier begleitet. Wir sind um 06:00 aufgestanden, um 07:00 habe ich unser Pferd Rübe geputzt, dann sind wir eine Stunde gefahren und irgendwann gab es für mich mal eine Pause von 20 Minuten. Ich habe mir einen Kaffee gekauft, mich hingesetzt mein derzeit favorisiertes Schreibprogram Writer, ein Google Chrome Plugin, gestartet und geschrieben.

20 Minuten später kam meine Frau, ihre Freundin brauchte Hilfe mit ihrem Pferd. Also den Rechner zugeklappt, eingepackt und in den nächsten zwei Stunden zugeschaut, wie die beiden sehr erfolgreich waren. Dann gab es wieder 10 Minuten: Den Rechner rausgeholt unter den Baum gesetzt und da weitergeschrieben, wo ich aufgehört hatte. Klar muss ich dann immer den vorherigen Absatz umschreiben um reinzukommen, aber ich konnte wieder einige hundert Worte schreiben. Meine Frau kommt vorbei und bittet mich, das Pferd zu halten. Ich klappe den Rechner wieder zu. Dann waren wir fertig, haben die Pferde in den Stall zurückgebracht, die beiden anderen Pferde versorgt und sind nach Hause gefahren. Dort geduscht, etwas gegessen und meine Frau ist noch einmal zu den Pferden gefahren (das ist heute eine Ausnahme) und ich sitze seit 75 Minuten hier am Küchentisch und schreibe.

Zugegeben, ein solcher Tag ist auch für mich eine Ausnahme. Ich bin gerade wieder vom Schreiben gefangen. Sonst würde ich nicht in den “Auszeiten” schreiben. In den letzten 8 Wochen, nachdem ich das Manuskript zu “Selbstorganisation braucht Führung” an Dolores, meine Editorin, abgegeben habe, war ich erst einmal fertig mit Schreiben. Ausgeschrieben. Doch die letzten Blogs, von denen ihr in den letzten Tagen wieder einige lesen konntet, zeigen, dass es so viel zu bemerken gibt, das muss einfach zu Papier bzw. zu Datei gebracht werden. Normalerweise schreibe ich morgens, kurz nach dem Aufstehen, oder abends im Hotel, am Flughafen, wenn ich auf den Flieger warte, im Zug nach irgendwohin.

“Aber wie macht er das?”, höre ich fragen. Einem guten Freund von mir passiert das Gleiche beim Fotografieren. Er macht Fotos. Ständig. Ein anderer malt. Ich schreibe – ich denke dabei nicht nach, sondern ich schreibe. Manchmal wird es gut, manchmal sehr gut. Brauchbar ist es mittlerweile immer – aber das ist Übung. Macht es Spaß? Ohne Ende.

Versucht es auch, ich kann es nur empfehlen. Hört einfach auf darüber nachzudenken, was ihr schreiben wollt und schreibt.

„Mut“ ist jener Wert von Scrum, mit dem sich Boris Gloger am stärksten identifiziert. Er hat in seinem eigenen Leben keine Angst vor radikalen Entscheidungen und vor dem Glauben an eine Idee. Für kein Geld der Welt würde er sich Regeln unterwerfen, die keinen Sinn machen. Er glaubt an Scrum, weil es nicht nur bessere Produkte, sondern auch eine bessere und menschlichere Arbeitswelt schaffen kann.