Du bist auf der Suche nach einem Aperitif für deine Retrospektive? Du möchtest das komplette Team ins Tun bringen und zum Teamerfolg beitragen lassen? Du willst zeigen, dass Selbstorganisation Führung braucht und zwar eine ganz bestimmte Art und Weise von Führung? Du suchst nach einer Gelegenheit, dein Team an einem Strang ziehen zu lassen und gleichzeitig Spaß zu haben?

Dann probier mit deinem Team das „Communication Race“ aus. Um loszulegen brauchst du:

Zutaten
Schnur (je Spieler ca. 1 Meter), Quadrat aus Pappe (zugeschnitten auf 20×20 cm), zwei unterschiedlich farbige Filzstifte mit dünner Stiftspitze, 1 Flipchartbogen, ein schwarzer Neuland-Flipchart-Marker, Tisch

Teilnehmer
mindestens vier bis maximal 10 pro Team (bei mehr Spielern Teams teilen)

Zeit
45 Minuten (inklusive Debriefing)

Vorbereitungen für das Spiel
Zuschneiden eines Quadrates aus Pappe (20×20 cm), Filzstift mittig durch die Pappe stoßen und mit Tesafilm von beiden Seiten fixieren. Jedes Teammitglied hat sein Seil in der Pappe fixiert, der Parcours ist auf den Flipchart-Bogen aufgemalt.

Ablauf
Jeder Spieler nimmt sich ein Seilende. Der Stift wird am Startpunkt angesetzt. Das Team versucht nun, den vorgegebenen Weg zu überwinden und die Stiftelinie ans Ziel zu führen. Dieses ist erreicht, wenn eine ununterbrochene Linie vom Start zum Ziel gezogen wurde, die an keiner Stelle über die durch den Parcours vorgegebenen Linien hinausgegangen ist. Kommunikation unter den Teammitgliedern ist erlaubt. Es darf immer nur eine Hand das Seil berühren und nur am Seilende. Es gibt kein zeitliches Limit. Übermalt das Team auf seinem Weg die vorgegebene Strecke, muss es sich zum Ausgangspunkt (Start) zurückbegeben. Alle Teammitglieder müssen in jedem Moment des Spiels eine Hand am jeweiligen Seilende haben.

Mehr zum Communication Race findet ihr unter:  http://tastycupcakes.org/2013/04/communication-race/

Tipps
Ihr könnt bei längeren Strecken Zwischenziele benennen, damit ihr nicht immer wieder zum Anfang zurück müsst. Bereitet das Spielmaterial (Stift, Seil in der Pappe) vor. Der Parcours sollte ebenfalls bereits gemalt sein. Ist das Team sicherer, kann es sich auch später seinen eigenen Weg malen und Schwierigkeiten einbauen.

Varianten
Ihr könnt das Spiel genauso mit einem Team wie mit mehreren Teams in einem Wettbewerb gegeneinander spielen. Ihr erhöht den Schwierigkeitsgrad, wenn das Spiel auf dem Boden gespielt wird oder ihr ein Zeitlimit setzt. Wer denkt, dass er mit seinem Team in der Champions League angekommen ist, der kann das Spiel auch blind spielen lassen (ein Sehender als Kompass, der Rest des Teams kann nichts sehen).

Debriefing
Wer meine Blogs regelmäßig liest, weiß, dass ich ein fanatischer Fan des Debriefings bin, nicht zuletzt, weil nach dem Spiel eben vor dem Spiel ist. Damit das Spiel nicht alleine für sich steht und dadurch mögliche Synergien verloren gehen könnten, ist es wichtig, Leitfragen vorzugeben, die – je nach Thema – richtungsweisend den Spielprozess paraphrasieren und einen Transfer in den Alltag sicherstellen.

Mögliche Fragen können sein:

  • Was war am Prozess typisch für unser Team?
  • Welchen Beitrag habe ich zur Teamleistung beigetragen?
  • Wie hat die Führung funktioniert?
  • Wie haben sich die Rollen etabliert?
  • Was nehme ich mit in den Teamalltag?
  • Was hat im Spiel funktioniert, was in unserem (noch nicht oder besonders gut) funktioniert?

Spielanlässe
Retrospektive (Einstieg), Rollendefinitionen im Team, ein neues Team findet sich, innere Antreiber im Team (Zeitlimit), Rollenkonflikte, Selbstorganisation braucht Führung, etc.

Avatar of David Holzer
Er kann keine Ikea-Schränke zusammenbauen. Wenn er ein Bild aufhängt, endet das in einem loriotschen Chaos. Aber wenn er Menschen durch neue Situationen führen muss, ist David gelassen und fokussiert. Dort wo andere an die Grenzen ihrer Belastbarkeit stoßen, vermittelt er Ruhe und Orientierung, kann aber als guter „Leser“ von Stimmungen genauso spontan motivieren.