Der Titel suggeriert das Versprechen, dass man die eigene Kreativität trainieren kann. Stimmt auch. In diesem Beitrag verbergen sich einige Empfehlungen und Übungen von mehreren Autoren, die zwar weder Fitnessstudio noch Geräte gebrauchen, aber wohl eine gewisse Disziplin abverlangen.

Routine durchbrechen

Die einfachste Übung besteht darin, die eigene Routine zu durchbrechen. Tragen Sie paar Wochen die Uhr auf der rechten Hand, und schreiben Sie statt mit der rechten mit der linken Hand. Trinken Sie den Kaffee statt in der Früh erst am Nachmittag, erforschen Sie ALLE möglichen Wege zum Büro, gehen Sie zu einem anderem Zeitpunkt ins Fitnessstudio, stehen Sie mal 1 Stunde früher auf und so weiter. Es sollen keine großen Sachen sein – nein, Kleinigkeiten. Dabei sollte man sich selbst beobachten. Sie werden überrascht sein, wie oft man über eigenen Automatismen stolpert. Der physische Routinebruch kann sich auch auf gedankliche Routinen übertragen, sodass man bei Problemen auf andere Lösungsmethoden kommen kann.

Gehirnjogging

Holly G. Green empfiehlt in ihrem Blog, sich täglich eine Rätselaufgabe und ein paar Minuten Zeit zu nehmen, um sie zu lösen. Zudem kann man den Rest der Firma daran beteiligen, indem man in öffentlichen Bereichen wie der Kantine wöchentlich ein Puzzle publiziert und für die richtige und/oder originellste Antwort einen Preis verleiht.

Beispiel für die Kopfknibbelei von Holly G. Green: Ein Mann steht auf einer Seite eines Flusses, sein Hund auf der anderen. Der Mann ruft sein Hund, der sofort den Fluss überquert, ohne nass zu werden und ohne eine Brücke oder ein Boot zu verwenden. Wie hat der Hund das gemacht? Nehmen Sie sich einfach paar Minuten Zeit. Antwort am Ende dieses Beitrags.

Abseits der eigenen Interessen „schwimmen“

Empfehlungen, sich auf regelmäßiger Basis mit interessensfremden Themen zu beschäftigen, werden von mehreren Experten ausgesprochen. Eine Empfehlung lautet, jeden Tag eine halbe Stunde zufällige Inhalte aus dem Internet zu lesen und die interessanten Fakten zu notieren. Die aufgeschriebenen Informationen sollte man zu einem späterem Zeitpunkt nochmals anschauen. Das erweitert den Horizont und schafft neue Verknüpfungen.

Die oben erwähnte Holly G. Green liest wöchentlich ein Magazin oder einen Blog, das oder der nichts mit der eigenen Industrie zu tun hat. Zudem liest sie monatlich ein Buch, das nicht in den „üblichen“ Interessenbereich fällt. Oder man besuchte eine branchenfremde Messe/Convention besuchen und fokussiert sich darauf, was man daraus lernen kann. So hat sich Peter Drucker, Pionier der modernen Managementlehre, rund 2 Jahre Zeit genommen, um sich mit bestimmten Themen zu beschäftigen – zum Beispiel mit japanischer Dichtung. Wohl gemerkt: neben seinen hauptberuflichen Aktivitäten.

Denk – kata

Eine Kata ist eine Übungsform, „die aus stilisierten Kämpfen besteht, welche jedoch im Karate ausschließlich gegen imaginäre Gegner geführt werden“. Kombiniert man die Idee der Kata mit der Methode der „6 Hüte“ von DeBono, die ursprünglich für die Gruppenarbeit gedacht war, entsteht eine andere mögliche Anwendung. Man nimmt also ein Problem und übt den Lösungsweg mit dem systematischen Aufsetzen von allen 6 Hüten, die für bestimmte Denkrichtungen stehen (kritisch, kreativ, neutral, etc).

Antwort auf die Kopfknibbelei, die Ms. Green angibt ist „Der Fluss ist gefroren“. Aber es gibt auch andere Möglichkeiten. Es kann ja sein, dass es sich um einen engen Fluss handelt, sodass der Hund einfach drüberspringen kann. Fragen Sie Ihre Freunde & Kollegen, könnten Sie von Sprachjongleuren Hinweise bekommen wie „kann ja sein, dass der Hund schon vorher nass war – beim Zurückschwimmen war er gar nicht trocken“. Geht ja auch.

Ich wette, es sind noch einige andere Antworten möglich – probieren Sie es aus!

Avatar of Olga Repnikova
Noch während ihres BWL-Studiums hat die gebürtige Ukrainerin Olga Repnikova für verschiedene mittlere und große Unternehmen neue Geschäftsfelder und Niederlassungen in Osteuropa – unter teils schwierigsten Bedingungen – aufgebaut. Dass sie mutig und ohne zu zögern an Herausforderungen herangeht, liegt sicher auch an ihren Wurzeln. Sie weiß einfach, dass es niemanden weiterbringt, über eine Situation nur zu jammern. Wer etwas verändern will, muss handeln, darf sich für nichts zu schade sein und muss das Beste aus dem Vorhandenen machen.