Ich sitze an meinem Schreibtisch und möchte für mein Scrum-Team eine neue Retromethode entwerfen. Die Zeit vergeht und vor mir nur das leere Blatt. Schon drei Mal habe ich angefangen etwas aufzuschreiben. Drei Mal wieder gelöscht. Was soll ich mit ihnen machen? Was interessiert mein Team, die Leute sind doch alle so unterschiedlich? Womit begeistere ich sie?

 

Na, kommt euch die Situation bekannt vor?

Ich möchte was Cooles machen, um mein Team aus seinem Alltag herauszuholen und den Leuten eine frische Retro anbieten. Weg von 08/15 … Natürlich kann ich googeln. Mit Retrospektiven haben sich schon viele auseinandergesetzt. Aber ich möchte etwas Individuelles anbieten. Etwas, das die Persönlichkeit meines Teams herausstellt …

 

Was hindert uns daran, auch mal unsere Ideen zu sammeln. Und das ist gar nicht so schwer. Hier einige Möglichkeiten, um der eigenen Kreativität auf die Sprünge zu helfen:

  • Klingt simpel, aber hilft ungemein: einfach mal aufstehen. Im Büro oder noch besser im Grünen spazieren gehen. Die Gedanken vom eigentlichen Problem lösen und neue Eindrücke sammeln.
  • Ein Flipchart oder Brownpaper an die Wand hängen und einfach mal anfangen zu malen. Aber auch hier gilt: einfach die Gedanken fließen lassen. Es geht hier ja nicht um den neuen Picasso, sondern um das Fokussieren auf neue Gedanken.
  • Habt ihr Playmobilfiguren rumliegen? Ich stelle die Figuren in verschiedenen Konstellationen auf und überlege, wie sie in Interaktion treten können.
  • Eine klassische Methode ist das Mindmapping. Hier schreibt man das Thema/Problem in die Mitte eines Blattes und legt Äste von der Mitte aus an, um einfach alle Ideen unbewertet zu sammeln.

Und was ist aus meiner Retro geworden? Die Flipchartmethode hat meine Kreativität angespornt. Quasi die Idee in der Idee: Ich lasse mein Team malen. In Kleingruppen lasse ich sie zeichnen, was gut gelaufen ist. Die Kunstwerke werden vorgestellt, indem die jeweils anderen Gruppen erraten, was das Gezeichnete darstellt. Diese Übung bringt auf jeden Fall Spaß und Abwechslung zum Standardprogramm.

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Gildas hoher Grad an Fokussierung wird von einem untrüglichen Gespür für Stimmungslagen getragen. Sie kennt sowohl klassische Produktionsbetriebe als auch „Wissensfabriken“ und weiß, dass sich eines wie ein roter Faden durchzieht: Menschen, die manchmal Probleme mit Veränderungen haben. Da wie dort wollen sie gehört und wertgeschätzt werden. Sie schafft Strukturen, krempelt die Ärmel hoch und holt schlussendlich alle vom Reden in die Umsetzung. Beim Change Management mit Scrum geht ihr schlicht das Herz auf.