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Jeden Morgen um 9:45 Uhr findet sich das Team vor dem Taskboard im Teamraum zusammen. Einer nimmt einen Stift in die Hand, der andere stellt die Uhr neben dem Taskboard auf 15 Minuten. Der Entwickler mit dem Stift in der Hand wartet auf meine kurze morgendliche Begrüßung und fängt an. „Also, was habe ich gestern gemacht…?“ Die Tasks werden neu arrangiert, einer bleibt in Progress und bekommt mit dem Stift einen Punkt aufgedrückt. Der Entwickler schaut in die Runde und sagt: „Hier muss ich einen Punkt machen, das dauert noch. Aber ich bin dran, das heute abzuschließen!“ Man merkt den anderen die brennenden Fragen an, aber sie halten sich zurück. Der Stift wird nach der Beantwortung der zwei weiteren Fragen „Was mache ich heute?“ und „Gibt es etwas, das mich an meiner Arbeit hindert oder stört?“ an das nächste Teammitglied weitergereicht. Einige haben ihre Aufgaben des letzten Tages auf einen Notizzettel geschrieben und tragen ihre Notizen bei der Beantwortung der drei Fragen vor. Der Entwickler bemerkt die fragenden Gesichter und ergänzt: „Wie das im Detail aussieht, erzähle ich euch nach dem Daily.“ Nach einem kurzen Blick in die Runde bleibt der fragende Blick beim ScrumMaster hängen. Ich nicke ab. Der Stift wandert weiter. Noch sind die 15 Minuten nicht vorbei, alle 8 Teammitglieder haben sich ausgetauscht und sind nun auf dem gleichem Stand. Sie haben sich synchronisiert.

 

Ein anderer Entwickler  steht nun beim TeamBacklog neben dem Taskboard und sagt: „Wir wollten uns doch nach dem Daily noch mal kurz zusammensetzen, um die technischen Details zu klären.“ Dabei zeigt er auf den Task, der aus der Retrospektive in das TeamBacklog übernommen wurde. „Sollen wir uns dazu in der Teamecke an den Tisch setzen?“  Die anderen folgen ihm und die aufgestockten Fragen entladen sich.

 

Nach dem kurzen An- und Abmoderieren bleibt mir nur die Frage: „Darf ich euch vielleicht einen Kaffee bringen?“

 

Die Mitglieder dieses Teams kennen sich größtenteils erst seit ein paar Tagen und Wochen. Sie befinden sich im zweiten Sprint. Wenn nach so zeitnaher, intrinsich motivierter Regelkonformität dem ScrumMaster nichts anderes bleibt, als das stolze Gefühl ein super Team übernommen und weiterentwickelt zu haben, dann bringe ich auch gerne einen Kaffee. Und schenke in Gedanken jedem mit einem Lächeln im Gesicht einen Lollipop.

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Weil man nur etwas bewegen kann, wenn man auch etwas tut, kann Ina Kurrek mit dem einfachen Satz „Doing as a way of thinking“ sehr viel anfangen. Aus eigener Erfahrung weiß sie, dass nicht das Vermeiden stark macht, sondern das Agieren. Ihr Lieblingswort ist: Warum? Den Status quo zu hinterfragen – auch ihren eigenen -, ist der Ausgangspunkt jeder Veränderung und was Ina fasziniert, sind die vielen Ebenen und Perspektiven, durch die sie die Menschen in diesem Prozess begleitet.