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Ein Spruch von Trainern im Leistungssport lautet:

„Ein Trainer bringt seine Athleten dazu, das zu machen, was sie nicht wollen um das zu erreichen, was sie wollen!“

Ich durfte mit vielen herausragenden Persönlichkeiten zusammenarbeiten und Erfolge feiern, und ich kann euch sagen: Es war nicht immer einfach. Speziell zu Beginn meiner Karriere stand ich vor der Herausforderung, mit diesem Widerstand „…was sie nicht wollen…“ klar zu kommen. Bis ich verstanden habe, dass gerade dieser Widerstand mich anspornt Wege zu finden, die individuell für jeden Athleten nehmbar waren. Die unterschiedlichen Ressourcen für das Team nutzbar zu machen und als einen wertgeschätzten, wichtigen Teil der Mannschaft zu verstehen, war ein Schlüssel des gemeinsamen Erfolges. Erst wenn es gelang, für jedes Teammitglied die Tragweite seiner Rolle zu erkennen und die der anderen anzuerkennen, wurde der Teamspirit freigesetzt, der es allen ermöglichte, im Projekt aufzugehen. Unter diesen Umständen wurden sogar neue Perspektiven für einzelne Spezialpositionen erarbeitet und das Team somit auf allen Positionen verbessert.

Ihr fragt euch vielleicht, warum ich das in diesem Rahmen schreibe, aber für mich als ehemaligen Trainer im Leistungsteamsport sind die Ähnlichkeiten mit ScrumTeams enorm.

Als ScrumMaster stehen wir vor der Herausforderung, den einzigartigen Schlüssel zu unseren Teammitgliedern zu finden. Wenn wir uns vom Widerstand abhalten lassen, diesen Zugang aufzuspüren, wird es kaum möglich sein, aus unserer Gruppe ein einzigartiges Team zu machen. Ein ScrumTeam ist mehr als die Summe seiner Teile, als das Wissen seiner einzelnen Mitglieder. Es liegt an uns, eine Umgebung zu schaffen, den Nährboden zu bereiten, der Neuerungen ermöglicht. Scrum gibt uns einen Rahmen vor, der für uns und unsere Truppe unendliche Chancen bereit hält. Die Dailys, Estimation Meetings, Sprint Plannings, Reviews und Retrospektiven geben einen Rhythmus vor, in dem der „Teamorganismus“ mitschwingt. Dadurch wird es möglich, diese hervorragenden Entwicklungen zu bewerkstelligen. Wir ScrumMaster haben die delikate Aufgabe, unseren Teamorganismus und seine filigrane Schwingung permanent im Fokus zu haben. Selbst die kleinsten Störungen können Auswirkungen haben, die wir erst bemerken, wenn wir die Ursache schon lange nicht mehr kennen. Es liegt an uns, in den Zeiten, in denen unser Team intensiv zusammen ist, das Optimum zu generieren. Eine nur gering vernachlässigte Vorbereitung oder eine kleine Abwesenheit vom Hier und Jetzt beim Meeting kann unseren Team-Organismus aus dem Tritt bringen.

Gerade in den guten Phasen meiner Mannschaften habe ich meine Trainings und Wettkampfvorbereitungen zusätzlich intensiviert.

Noch mehr Zeit in die Planung und in die Auswertung der Feedbacks gesteckt, denn gerade dann war es wichtig, die positive Schwingung zu halten. Auf den ersten Blick mag die Arbeit eines ScrumMasters nicht so eine große Herausforderung sein. Ich bin der Meinung, das Trainer und ScrumMaster der Sinusknoten (Taktgeber des Herzens) des Teams sind. Wenn wir stottern, unaufmerksam sind oder uns ablenken lassen, wird früher oder später die Leistungsfähigkeit des gesamten Organismus leiden. Aber gerade zur Steigerung der Teamperformance, zur fehlerfreien Lieferung, für eine unsere Kunden und Auftraggeber begeisternde Leistung sind wir angetreten. Wir möchten mit unserer Mannschaft den Pokal in Händen halten und unsere Erfolge ausgelassen feiern.

Avatar of Martin Stallmaier
Dass Ab-Arbeiter wieder zu Mit-Arbeitern werden – das fasziniert Martin Stallmaier an Scrum. Anstrengender als jede Veränderung findet er nämlich den Stillstand. Wenn alles in festgefahrenen Bahnen kleben bleibt und der Geist langsam vertrocknet. Dabei ist es so einfach: Rasches Feedback, gegenseitige Inspiration im Team und lösungsorientierte Kommunikation legen die Talente des Einzelnen frei. Dadurch entsteht nicht nur Innovation, sondern auch der individuelle Sinn, der für Menschen den Spaß an der Arbeit ausmacht.