Letztens habe ich in meinem Blogbeitrag vorgeschlagen, die User-Rolle mit Leben zu füllen, indem man sich tatsächliche Menschen vorstellt, die hinter diesen Rollen stecken. Schaut euch mal die Reportage von ABC über IDEO an. Die zeigt wunderbar, wie das Design-Team herauszufinden versucht, welche Menschen einen Einkaufswagen benutzen und vor allem wie sie diesen Einkaufswagen nutzen. Das Team von IDEO verwendet also offensichtlich das Element der Persona, um sein Produkt den Notwendigkeiten anzupassen.

Natürlich sind die wenigsten Produkt-Entwicklungsteams so aufgebaut wie ein IDEO-Team, aber welche Elemente können wir dennoch nutzen und was können wir von IDEO lernen? Hier meine 10 Tipps:

  • Involviere das gesamte Team. Wieso auch nicht? Schließlich nehmen wir auch im “richtigen” Leben Menschen unterschiedlich wahr. Alle im Scrum-Team sollten dazu beitragen, die Personas zu kreieren. Jeder hat Ideen und durch die gemeinsame Vorstellungskraft werden unsere Personas lebendiger und greifbarer.
  • Erstellt die Personas gemeinsam auf Flipcharts und nutzt dabei Fotos von realen Personen oder schneidet Bilder aus Zeitschriften aus.
  • Geht bei der Erstellung der Personas am Anfang ruhig ins Detail. Informationen können später  wieder reduziert werden.
  • Findet heraus, welche Ziele diese Persona verfolgt.
  • Welche Usability-Bedürfnisse hat diese Persona?
  • In welchen Lebensumständen befindet sich dieser Mensch?
  • Wie sieht der Job der Person aus?
  • In welchem Kontext nutzt diese Persona euer Produkt?
  • Wenn das alles gemeinsam erarbeitet worden ist: Geht raus und überprüft eure Ideen.
  • Dann verfeinert die Persona.

Lasst die Personas auch an eurem Entwicklungsprozess teilhaben! Sie sollten bei Meetings – dem Sprint Planning 1 und 2, während der Reviews, aber auch bei allen Design-Entscheidungen – mit im Raum sein.

Fragt euch immer: Wie würde die Persona das Feature sehen, das ihr gerade entwickelt bzw. entwickeln lasst?

 

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„Mut“ ist jener Wert von Scrum, mit dem sich Boris Gloger am stärksten identifiziert. Er hat in seinem eigenen Leben keine Angst vor radikalen Entscheidungen und vor dem Glauben an eine Idee. Für kein Geld der Welt würde er sich Regeln unterwerfen, die keinen Sinn machen. Er glaubt an Scrum, weil es nicht nur bessere Produkte, sondern auch eine bessere und menschlichere Arbeitswelt schaffen kann.