So kurz vor Weihnachten durfte ich bei einem der Teams, mit denen ich arbeite, eine wirklich nette „Retro“ miterleben. “Retro” in Anführungszeichen, weil nicht wirklich alle Elemente vorhanden waren, aber in diesem Fall war das auch nicht so wichtig. Was zählte war die Wertschätzung für die geleistete Arbeit der einzelnen Teammitglieder. Für den ScrumMaster steckte eine recht lange Vorbereitungszeit dahinter, aber jeder sollte jedem am Ende des Jahres etwas Nettes sagen. Vielleicht ist das auch eine Idee für eure Teams.

Der Weihnachtsbaum, den ihr hier seht, steht in einer Matrix. Am unteren Rand (Geschenke) und senkrecht an der linken Seite sind die Namen der einzelnen Teammitglieder angeordnet. Zunächst versammeln sich alle „um den Baum“ und machen folgendes:

1. Schritt: Für jedes Teammitglied gibt es eine Kerze (zunächst leer)
2. Schritt: Jedes Teammitglied schreibt in seine Kerze ein paar Punkte zur Frage „Was motiviert mich, frühmorgens aufzustehen und zur Arbeit zu gehen?“ (z.B. in diesem Fall: das tolle Team, der Spaß im Team, der Gedanken- und Wissensaustausch) und erläutert es dann den anderen. Danach klebt jedes Teammitglied seine Kerze an den entsprechenden Platz – also den Schnittpunkt zwischen der Zeile und der dazugehörigen Spalte mit seinem Namen.

 


Jetzt geht es weiter auf Bild 2.

3. Schritt: Jeder nimmt eine Christbaumkugel und schreibt für die einzelnen Teammitglieder folgendes auf:
Was fand ich an deiner Arbeit toll, was habe ich besonders geschätzt?
Was möchte ich dir im nächsten Jahr schenken, im Sinne von: Was wünsche ich mir mit dir gemeinsam zu tun?
Das klingt dann zum Beispiel so: „Ich fand es klasse, wie engagiert du dich um das Thema Trainings gekümmert hast. Nächstes Jahr möchte ich dich dabei stärker unterstützen und dir einige Organisationsarbeiten abnehmen.“

4. Schritt: Nachdem die Christbaumkugeln beschriftet sind, stellt sich jedes Teammitglied der Reihe nach vor den Baum und erhält seine Geschenke von den anderen. Jeder einzelne liest also vor, was er toll fand und wie die gegenseitige Unterstützung aussehen wird. Anschließend hängt der Vorlesende die Kugel an die richtige Stelle am Christbaum.

5. Schritt: Nachdem ein Teammitglied seine Geschenke erhalten hat, wird nachgefragt, wie es sich jetzt fühlt.
6. Schritt: Kekse essen und Spaß haben!


Sven Blesin, Scrum Consultant

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Als Techniker schätzt Sven logisch nachvollziehbare Argumente. Auf dieser Ebene und mit über 20 Jahren Erfahrung in der IT findet er immer die richtige Gesprächsbasis mit Softwareentwicklern, weil er deren Probleme und Ängste in Veränderungssituationen aus eigener Erfahrung kennt. Trotzdem faszinieren ihn an Scrum vor allem die menschlichen „soft facts“, die Teamdynamik und Teamentwicklung, was man auf- und auslösen kann, wie lang verschleppte Produktivitäts-Hindernisse plötzlich sichtbar werden.