Sagt mal ehrlich: Wieso taucht in der Scrum Community immer wieder die Behauptung auf, dass der ScrumMaster ein Weichei ist? Das Team müsse gehätschelt werden, man müsse ihm alles von den Augen ablesen. Wenn das Team  ein Problem habe, dann springt der ScrumMaster. Wenn die Teammitglieder nicht so wollten, wie sie sollten, dann müssten wir ScrumMaster hilflos zusehen. Ich frage mich: “Wo kommt bloß dieser Unsinn her?”

“Ask the Team!” Dieser Grundsatz hat doch nie bedeutet, dass man das Team nicht führen soll oder dass man den Menschen im Team nicht einmal die Meinung sagen darf. Oder dass der ScrumMaster nicht auch mal kontrollieren darf, ob die Menschen im Team eigentlich produktiv arbeiten.

Ich fordere alle Scrum Coaches und Trainer auf, diesem Spuk endlich ein Ende zu setzen. Ken Schwaber war US Marine, Jeff Sutherland war Air Force Pilot. Also bitte, mit so einem Hintergrund: Welches Bild hatten die beiden wohl von der Person des ScrumMasters? Sicher nicht die Weichei-Version.

Der ScrumMaster ist ein Mensch mit Standing. Heute im Training haben mir wieder alle anwesenden Teilnehmer erklärt, wie wohltuend es ist, dass wir von bor!sgloger diese These vertreten. Ein Mensch mit Standing, der sein Team einerseits nach außen schützt und andererseits sein Team auffordert, einen guten Job zu machen. Einer, der dem Team auch mal den Spiegel vorhält.

Wir brauchen energische, tatkräftige, zupackende und verändernde ScrumMaster, die ihr Team fordern – nicht betütteln.

„Mut“ ist jener Wert von Scrum, mit dem sich Boris Gloger am stärksten identifiziert. Er hat in seinem eigenen Leben keine Angst vor radikalen Entscheidungen und vor dem Glauben an eine Idee. Für kein Geld der Welt würde er sich Regeln unterwerfen, die keinen Sinn machen. Er glaubt an Scrum, weil es nicht nur bessere Produkte, sondern auch eine bessere und menschlichere Arbeitswelt schaffen kann.
  • http://www.renemt.de ReneMT

    Wahre Worte, Boris!

    Ich erinnere mich auch noch an einen Spruch von dir: “Den Job als SM kannst du eigentlich nur dann richtig machen, wenn du dich mental schon von deiner Stelle verabschiedet hast.” Hat mir bisher sehr dabei geholfen, meinen Job gut zu machen :)

  • Pingback: Tweets that mention Der ScrumMaster – Wirklich ein Weichei? » bor!sgloger -- Topsy.com()

  • Pingback: schlossBlog » #445 PM-Reader()

  • Elke

    Stimmt, fördern durch fordern. Aber auf keinen Fall überfordern – dafür gibt es ja den PO. ;)

    Wichtig für den SM ist, unbequem nach außen zu sein, das Team muss ihm aber vertrauen können und das geht nicht, wenn ich NUR führe/fordere. Langfristig (und als inhouse-SM sollte man langfristig zu denken versuchen) muss man/frau den goldenen Mittelweg gehen! Das ist kein Kompromiss, sondern eine Gratwanderung. :)