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Ein Kennzeichen und eine Stärke des Scrum Modells ist der Aufbau klarer Strukturen. schlanker Prozesse und festgelegter Regeln und Routinen. Dies verbindet Scrum mit Modelle wie Kaizen, Kanban etc. Routinen vermeiden Verschwendung, ermöglichen effektive Arbeitsrhythmen, machen komplexe Abläufe beherrschbar und erleichtern Kontrolle. Aber Routinen können auch schnell langweilig werden, Motivation und Arbeitsfreude schwächen und vor allem Spontanität einengen. Vor allem Mitarbeiter die kreativ agieren wollen, die Abwechslung schätzen „bauen“ bei zu viel Routine leicht ab. Gerade auch die „üppige“ Meetingpraxis im Scrumflow wird wegen ihrer standardisierten Abläufe von Scrummies oft kritisch gesehen und erlebt. Und täglich grüßt das „Daily Scrum Murmeltier“

Daily Scrum, Retrospektive, Review usw. bieten jedoch jede Menge Freiräume für kreative und lebendige Gestaltung. Über den abwechslungsreichen Einsatz differenzierter Methoden und Techniken lassen sich kreative und effektive „Überraschungseffekte“ erzielen. Moderationstechniken gezielt einsetzen. Anstatt Klebezettel mal mit Moderationskarten Infos sammeln, statt mit Strichlisten mal mit Punkten priorisieren. Es empfiehlt sich Flipchart mit Farben, Bildern, Metaphern, Karikaturen aufzuladen und so ansprechend zu gestalten. Der Einsatz von Bodenankern zum Rückblick des Teamprozesses (Team-Timeline), zur Diagnose von Teamprozessen und Perspektiven. Das Nutzen von Kreativtechniken wie z.B. Erlebnisbilder malen, Analogietechniken einsetzen, Disney-Technik, Storytelling, Bildmetaphern etc. verwenden. Ebenso kann der Einsatz von Teamübungen, Bewegungsübungen, Kommunikationsübungen den Meetingalltag erleichtern und Lernprozesse fördern. Sinnvoll ist auch der situative Wechsel des Umfeldes d.h. eine andere Location nutzen, einen kurzer „Walk and Talk“ Spaziergang im Freien inszenieren oder eine Retrospektive-Wanderung mit integrierten Reflexionsphasenmit dem Scrum-Team gestalten.

ScrumMaster als Moderatoren brauchen dazu etwas Know how, Phantasie und den Mut immer wieder mal ausgetreten Routinepfade zu verlassen.

Dieter Rösner, Executiv Management Coach

Avatar of Boris Gloger
„Mut“ ist jener Wert von Scrum, mit dem sich Boris Gloger am stärksten identifiziert. Er hat in seinem eigenen Leben keine Angst vor radikalen Entscheidungen und vor dem Glauben an eine Idee. Für kein Geld der Welt würde er sich Regeln unterwerfen, die keinen Sinn machen. Er glaubt an Scrum, weil es nicht nur bessere Produkte, sondern auch eine bessere und menschlichere Arbeitswelt schaffen kann.
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  • Thomas

    Dass es diese ganzen kreativen Möglichkeiten gibt, wissen wir ja zu genüge. Ich würde mir wünschen, wenn endlich mal in einer speziellen Reihe (ähnlich der Summer-School) mal solche kreativen Moderationstechniken vorgestellt werden würden. Es ist schön, wenn da von “Disney-Technik” gesprochen wird, oder von Walk and Talk. Aber einiges an Details – ohne, dass man gleich wieder einen teuren Kurs besuchen muss – wären mal ganz fein.

    Und wie geht man damit um, wenn die Team keine Lust haben auf diese Spielchen weil sie sich lieber reden hören? Wie geht man damit um, dass Teammitglieder bockig werden bei Spielen und einfach nicht mitlaufen? Disziplinarische Maßnahmen gibt es in Scrum nicht. Und wenn die Team-Mitglieder sich einer Team-Entscheidung widersetzen bleibt einem was? Das Gespräch suchen und mit dem gleichen Ergebnis heraus gehen, wie nach der Retrospketive?

    Ich finde diese Berichte hier nicht schlecht. Aber ich vermisse ein wenig Tiefgang und nähe zur Realität, die nicht immer nur rosafarbig ist.

    Grüße

    Thomas

  • Karoline

    Hallo Thomas,

    die verschiedenen Techniken kannst du auch aus Büchern erlernen, wenn dir ein Workshop zu teuer sein sollte. Auch gibt es dazu online viel zu finden.
    Wie es scheint, hast du Probleme dein Team zu führen. Vielleicht solltet ihr dem Thema mal einen Team-Building Tag widmen.
    Und Team-Mitglieder, die jegliche Beteiligung verweigern, kann man als ScrumMaster auch jederzeit aus dem Team entfernen…

    Viele Grüße,
    Karoline

  • http://www.kreativitaetstechnik.com Franzi

    Hallo Thomas,
    hallo Karoline,

    ich habe auch den Eindruck, dass die Motivation des Teams noch ein bisschen Luft nach oben lässt.

    Disziplinarmaßnahmen sind bei Kreativrunden oder in Innovationsworkshops mal gar nicht angesagt. Nicht umsonst ist der Mensch am kreativsten, wenn er sich wohl fühlt…

    Vielleicht statt Keule einfach ein paar Häppchen und Getränke hinstellen und eine angenehme Atmospähre schaffen, dann sind vielleicht auch die unwilligen mehr bei der Sache ;-)

    Die Hardfacts bei der Moderation eines Innovationsworkshops sind das eine, die weichen Faktoren – u.A. Ausstrahlung und Charisma – das andere.

    Nicht nur die harten, sondern auch die weichen Faktoren lassen sich erlernen – da sind wir dann aber wieder bei den “teuren Kurs(en)” da sich mit Selbstcoaching zwar viel vornehmen, dieses Vorhaben jedoch nur schwer umsetzen lässt…

    Viel Erfolg und Euch Beiden einen guten Rutsch!

    LG Franzi