Für mich als ScrumMaster ist das wichtigste, anspruchsvollste, konstruktivste und oft überraschendste Meeting die Retrospektive.

Warum?

Die Retrospektive macht das Team

Die Retrospektive ist der Moment, wo das Team nach einem erfolgreichen, stressigen, ruhigen oder nicht so gut gelaufenen Sprint auf Pause drückt. Retrospektive als Sprint-Konzentrat. Das Team kann sich jetzt anschauen, was passiert ist und Eindrücke untereinander austauschen. Meistens gibt es schnell Verbesserungsvorschläge. Als ScrumMaster kann man sehr gut beobachten, ob ein Team ein Team ist, wie ein Team zusammen hält, z. B. das Wörtchen „WIR“ oft benutzt wird oder, im Gegenteil, Einzelne sich Vorwürfe an den Kopf werfen. Während dieser Stunde kann man als ScrumMaster sehr genau einschätzen, ob die Hauptprinzipien von Scrum verstanden und gelebt oder gar missbraucht werden. Selbstorganisation braucht Dialog, Dialog braucht Respekt. Transparenz braucht Mut und Offenheit, Qualität und Effizienz braucht Verantwortung.

Das Team macht die Retrospektive

Die Retrospektive ist definitiv ein phantastisches Barometer. Ich bin als ScrumMaster gerade ziemlich frustriert. Mein Team macht derzeit allgemein bei Scrum nicht mit. Mein Team macht deswegen besonders bei der Retrospektive nicht mit.

Bei anderen Teams konnte ich genau während dieses Meeting die Fortschritte der Implementierung von Scrum beobachten. Der Wille, der Einsatz, das Verständnis. Identifizieren der wichtigsten Punkte zum bearbeiten. Fokussierung. Lösungsvorschläge. Vereinbarungen. Diese Vereinbarungen halten.

Zusammen halten. Zusammen wachsen.

In diese Sinne lege ich als ScrumMaster immer viel Wert auf Vorbereitung. Gute Bedingungen sichern den Erfolg der Retrospektive, einem der entscheidensten Grundsteine von Scrum.

Hélène Valadon
bor!sgloger Consulting

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Das französische Wort für „unbändige Energie“ heißt: Hélène! Bevor Sie unser Team bereichert hat, hat der Wirbelwind aus Arras 10 Jahre mit europäischen Top-Forschern in der internationalen Projektkoordination gearbeitet. Sie weiß also bestens, wie man mit Wissensarbeitern zielführend kommuniziert und bewegt sich mit Leichtigkeit zwischen verschiedenen Kulturen. Sie hat das unschätzbare Talent, selbst die angespanntesten Situationen in einem Team mit einer besonderen Mischung aus Akzent, Humor und Coaching-Kompetenz aufzulösen. Wenn Hélène da war, kann man sicher sein: Plötzlich gibt es kaum noch Bööcks und jeder weiß, wann der Löffel of Done erreicht ist.