Scrum und Festpreisprojekte ist immer wieder Thema bei Kunden, beim Consulting und beim Trainieren. Ich habe gestern diesen Artikel (dank der Community Twitter) “Bedingungen für die agile Software Entwicklung” [1] gefunden.

Aber diese Schlussfolgerungen sind leider nicht ausreichend. “[...] Agiler Projektverlauf zu einem Festpreis abgewickelt werden könnte. Da sich im agilen Ansatz jedoch beide Parteinen einem Lernprozess über das eigene Projekt unterziehen, sind zu Beginn nicht alle Anforderungen bekannt. [...] So können auch die Kosten und der benötigte Zeitrahmen nicht von Anfang an feststehen und als Vertragsgegenstand dienen. [...]  Der Vorteil  für die Entwickler bei der agilen Softwareentwicklung liegt ganz klar in der Kostendeckung. [...] Es können keine auflaufenden Kosten entstehen, die das Team in Zeit- und Kostendruck bringen und dadurch die Qualität der Software in Mitleidenschaft ziehen.”

Spannend, aber nicht korrekt. Agile Software Entwicklungsprojekte müssen meines Erachtens sogar zu Festpreisen angeboten werden! Das erspart eine Menge Probleme. Aber die oft verbreitete Annahme, dass man dazu alle Anforderungen kennen müsste, alle Details, ist nicht korrekt. Wäre dem so, wären traditionelle Software Entwicklungsprojekte, die alle Anforderungen aufnehmen, bei Festpreisprojekten erfolgreich.

Der Vorteil Kostendeckung ist absolut falsch. Bei der agilen Software Entwicklung geht es nicht um Kostendeckung. Kann es im Business übrigens nie gehen, sondern in der Generierung extrem hoher Margen auf Seiten der Anbieter. Leute, wir wollen GELD mit dem Entwickeln von Software verdienen. Nicht unsere Kosten decken.

Mehr demnächst dazu an dieser Stellen …

[1]  http://www.brightsolutions.de/agile-projekte-softwareentwicklung

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„Mut“ ist jener Wert von Scrum, mit dem sich Boris Gloger am stärksten identifiziert. Er hat in seinem eigenen Leben keine Angst vor radikalen Entscheidungen und vor dem Glauben an eine Idee. Für kein Geld der Welt würde er sich Regeln unterwerfen, die keinen Sinn machen. Er glaubt an Scrum, weil es nicht nur bessere Produkte, sondern auch eine bessere und menschlichere Arbeitswelt schaffen kann.
  • Theo Schneider

    Im Prinzip ist der Beitrag von BrightSolutions korrekt. Ich denke auch das Argument der Kostendeckung trifft zu. Das Team wird ja gerade in Scrum für jeden Sprint bezahlt. Es enstehen also nur Kosten für den aktuellen Arbeitsaufwand. Ich denke es ist in dem Beitrag auch nicht so gemeint, dass man gerade so Kostendeckend arbeiten will. Das kann nicht das Ziel sein, richtig. Aber oft ist es ja auch so, dass Projekte aus dem Budget laufen und das geht bei Festpreisverträgen zu lasten der Entwickler. Das kann in der Agilen Entwicklung nicht passieren.
    Und es ist in der Tat so, dass agile Projekte nie ein festes Pflichtenheft und einen Festpreis haben. Sprints mit einer bestimmten Anforderung in Scrum sind sicher zu einem Festpreis anbietbar, aber nicht das ganze Projekt.
    Es ist dann auch die Frage, was dem Kunden lieber ist: Die Gesamtkosten des Projektes im Rahmen zu halten oder den Feunktionsumfang festzunageln…

  • http://www.cybermanufaktur.de Heiko

    Zu diesem Thema kann ich folgenden Artikel von De Marco wärmstens empfehlen:

    http://www2.computer.org/cms/Computer.org/ComputingNow/homepage/2009/0709/rW_SO_Viewpoints.pdf

    Agile Grüße
    Heiko

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