. .

Schon wieder bin ich mit dem Vorwurf konfrontiert worden, dass Scrum eine Sekte sei. Was ist bloss mit den deutschen Software Entwicklern los? Eine Methode, ein Framework, ein Mindset, eine Herangehensweise, die weltweit Erfolge feiert, wird in Deutschland in die Nähe von Sekten gerückt.

Glauben denn die, die so etwas aussprechen, wirklich, dass weltweit renommierte Firmen – mit zig Millionen Euro Umsatz – einem Glauben verfallen? Das ist absurd!

Harte Fakten bringen Firmen dazu sich mit Scrum auseinanderzusetzen. Fakten die messbar und transparent sind. Fakten mit denen man den erzielten Erfolg messen kann.

Scrum ist Open Source. Scrum kann man nicht kaufen. Dass es Bücher und Trainings gibt — naja. Schaut Euch die Bücher zu Open Source Themen an – zu jedem erfolgreichen Thema gibt es auch Berater, die Euch für Geld helfen, damit besser umzugehen.

„Mut“ ist jener Wert von Scrum, mit dem sich Boris Gloger am stärksten identifiziert. Er hat in seinem eigenen Leben keine Angst vor radikalen Entscheidungen und vor dem Glauben an eine Idee. Für kein Geld der Welt würde er sich Regeln unterwerfen, die keinen Sinn machen. Er glaubt an Scrum, weil es nicht nur bessere Produkte, sondern auch eine bessere und menschlichere Arbeitswelt schaffen kann.
  • http://www.armerkater.de Felix

    Nunja, vielleicht führt das Auftreten einiger Scrum-Evangelisten zu dieser Reaktion. Oft geht es darum, dass die angestrebten Ziele nur bedingt in der erfahrenen Realität erreichbar sind. Wenn dann an Grundfesten gerüttelt wird, dann hat das schnell etwas esoterisches.

    Hatte dazu letztes Jahr schon etwas geschrieben: http://www.armerkater.de/2008/06/scrum-und-religion/.

  • http://borisgloger.com/members/boris-gloger/ Boris Gloger

    Interessant. Fragt sich nur, warum die “angestrebten Ziele nur bedingt in der erfahrenen Realität erreichbar sind”. Meine Antwort dazu ist relative einfach: Scrum ist ein Mindset — also gibt es keine Ziele vor, jedoch eine Haltung. Nicht jedes Team der US Marines wird erfolgreich sein – einige scheitern, einige Kampf-Flieger verfehlen trotz bester Ausbildung und unbedingtem Erfolgswillen ihre Ziele und werfen ihre Last auf die falschen Orte. Ist dann die Methode schuld?

  • http://blogs.23.nu/bubbleboy/author/surfguard/ surfguard

    Ich weiß sehr genau, dass der Sektenvorwurf natürlich absurd ist. Ich weiß aber auch woher es kommt – nämlich genau aus der von dir beschriebenen notwendigen Änderung des Mindsets. Man muss einfach ganz anderen Paradigmen folgen als im “klassischen” Wasserfall-Projektmanagement. Diese Paradigmen muss man erst mal vergleichsweise bedingungslos akzeptieren – und das hat etwas Religiöses.

    Und ein Secret Handshake hilft auch nicht gerade dabei, den Sektenvorwurf klein zu halten ;-)

  • Stefan Schubert

    Interessant ist auch, dass mit Scrum in den Staaten auch viel pragmatischer umgegangen wird. Viele Unternehmen haben Teams die “deliver deliver deliver” machen und Teams die das eben nicht machen.
    In Deutschland habe ich das Gefühl, dass wir immer alle in der Firma dem glorreichen Führer hinterhermarschieren müssen. Aber das ist wieder ein Problem mit der deutschen Mentalität. Wenn wir was machen, dann richtig, bis zum Untergang :-D
    Kommt bei manchem kritischeren Mitarbeiter schon der Eindruck von Sektierung auf, so.

    Auch das Christentum war mal ne Sekte. Und es hat auch nur ein paar hundert Jahre gedauert bis es sich vom absoluten Dogma zum “kann man machen, wenn man damit besser lebt” gewandelt hat. Das wünsche ich mir auch vom Scrum, dass wir verstehen ob und was es bringt. Und dann danach sein Leben oder sein Arbeiten ausrichtet.

    @surfguard: Es sind nicht nur Paradigmen. Sondern durchaus auch logische Schlüsse. Wie z.B. würde man ein Startup aufziehen in dem alle committed sind gemeinsam zur Lösung zu gelangen? Da implementiert man auch nicht als erstes nen Wasserfall. Und wer aus einem großen Unternehmen, der schonmal in so fruchtbarer Umgebung gearbeitet hat, wünscht sich dieses unkomplizierte Arbeiten nicht auch? Aus meiner Sicht ist Scrum vor allem wieder so eine typisch amerikanische Antwort im Sinne der beschworenen amerikanischen Convenience (http://www.ted.com/talks/publisher_felix_dennis_odes_to_vice_and_consequences.html). Schmeiß all verkomplizierenden Prozesse und Dokumente weg. Wenn man n Entwickler hat und m Features, dann will man ja am Ende doch nur die Features liefern. Und wenn man die Leute miteinander arbeiten und reden lässt, braucht man eben keine Dokumente. Das ist Convenience und das ist auch ein Arbeiten, das mich überzeugt, dass es besser für unser Unternehmen ist. Ich mag den Ansatz der Convenience vor allem deshalb weil ich mich in unserem Intranet mit all den Dokumenten schon lange nicht mehr zurecht finde. :-)

  • http://blogs.23.nu/bubbleboy/author/surfguard/ surfguard

    @Stefan: Wir sind da durchaus einer Meinung. Ich finde auch, dass nahezu alle Regeln von Scrum total natürlich sind. Wir haben uns nur seit 30 Jahren so sehr von diesem natürlichen, menschlichen Umgang mit Projekten entfernt, dass Scrumler eben auf manche wie Spiritualisten wirken.

    Im übrigen gilt für den Spiritualismus genau das gleiche: Von dem hat sich unsere gesellschaft über einen langen Zeitraum so weit entfernt, dass heutzutage als Esoteriker gilt, wer sich selbst physikalisch-wissenschaftlich mit Transzendenz beschäftigt.

  • Yves

    Problematisch wird’s immer dann, wenn eine Methode als Dogma angesehen und nichts anderes neben dieser Methode toleriert wird. Wenn ich eine XING Gruppe sehe mit der Überschrift “In Scrum We Trust”, dann kann ich den Sekten/Dogmatiker Vorwurf verstehen.
    Ich persönlich mach mit meinen Leuten, was Spass macht und funktioniert. Das ist zur Zeit dann eben Scrum mit ein wenig traditionellem PM und neuerdings einer Prise Kanban. Immer locker bleiben :-).

  • Sebs

    Ich finds immer so suess das es gerade von Leuten kommt die es NICHT machen.
    Es birgt halt einfach viele Botschaften wie “You are doing it (waterfally) wrong” (wobei missverstanden wird das dies ja gerade ein teil des Mindsets von Scrum teams ist – dauernd davon auszugehen das man da noch besser werden kann) . Da kommen dann halt meist gleich recht drastische Sachen .. . Gibt ja auch dieses Gesetz das jede Diskussion im Usenet irgendwann in einen Nazivergleich mündet …. wo wir beim Thema sind G* .. ich glaube den Begriff Scrumnazi hat sicher der eine oder andere auch schon mal an den Kopf gehauen bekommen … oder?

    Ach ja btw. in scrum we trust, auch wenns manchmal furchtbar weh tut. wuff wuff (knurr)

  • Pingback: Cargo Cult & Scrum & was weiss ich | ArmerKater.de - Scrum, Agiles Projektmanagement, Innovation und Organisation, Agile Nearshoring